Kapitel 3 - Anahid

Sicher wundert ihr Euch nun über den Namen des Kapitels. Nun ja, das ist Anas eigentlicher Vorname. Sie wird aber von allen einfach nur Ana genannt. Ihre Eltern hatten eine Schwäche für außergewöhnliche Vornamen, so dass sie mit eben diesem, nach der arabischen Mondgöttin und ihre kleine Schwester mit Winnifreda, nach einer berühmten Großhexe benannt wurden. Ana und Winni sind sehr glücklich darüber, dass ihre Freunde aus frühester Kindheit daraus Ana und Winni gemacht haben. Manchmal denken Eltern einfach nicht darüber nach, wie die Kinder selbst solche Namen einmal empfinden werden, oder ob sie diese mögen. Von daher ist ein hübscher Kosename meist wirklich sehr wertvoll. Heute nennt sie eigentlich niemand mehr bei ihren vollen Namen, ausgeschlossen ihre Eltern, die natürlich nach wie vor der Meinung sind, dass sie die allerschönsten Namen für ihre Töchter ausgewählt haben. Geschmäcker sind halt zum Glück sehr verschieden.

Darf ich mich vorstellen? Ich bin die Krähe Corvi. Ich bin Anas treuer Begleiter und erzähle Euch, neben Ana, stellenweise diese Geschichte. Ana hat mich oder vielmehr das Ei, in dem ich heranwuchs im Wald gefunden, als sie in einer wunderschönen Vollmondnacht auf Kräutersuche war. Von meinen Eltern war leider weit und breit keine Spur mehr, so dass Ana mich vor vielen, vielen Monden bei sich aufnahm und mein Ei sorgsam ausbrütete, bis ich das Licht dieser Welt erblicken durfte. Natürlich hat sie sich nicht auf mich oder vielmehr mein Ei gesetzt, wie meine Mutter es getan hätte, sie hat einen Wärmezauber um das Ei herum gelegt, so dass mir nicht kalt wurde. Nachdem ich geschlüpft war, dachte ich doch tatsächlich, dass Ana meine Mutter ist, aber als ich etwas älter wurde, begriff ich, dass sie mich im Grunde adoptiert hatte und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Ich führe kein typisches Krähenleben, aber das ist völlig in Ordnung so. Ich mag mein Leben mit Ana und den anderen in diesem Haus. Neben Ana und mir leben noch viele andere Tiere mit uns, die Ana meist im Wald aufgelesen hat. Einige wurden auch verletzt von den Menschen der nahen Stadt aufgefunden und hierher gebracht, um wieder gesund zu werden. Bis auf ein paar Füchse oder Waschbären, die in den Wald zurückgekehrt sind, sind einige jedoch geblieben. In den Wänden lebt eine kleine Mäusekolonie, die sich aber nur hin und wieder mal blicken läßt. Ihr Pfötchengetrappel des nachts wirkt mittlerweile auf uns eher beruhigend und es ist einfach schön, zu wissen, dass sie da sind. Asmodina, eine glänzend schwarze Katze, die nach einem Unfall leider nur noch gut die Hälfte von ihrem Schwanz besitzt und lange vor mir an Anas Seite weilte, läßt sich von den Mäuschen nicht beeindrucken. Sie weiß einfach, dass sie zur Familie gehören. Im Dachgebälk nisten zudem immer wieder Spatzenfamilien und zeitweise auch einige Fledermäuse.
Im Küchenschrank lebt die weise Ratte Niko. Ana brachte ihn nach einem großen Hexensabbat aus Russland mit zu uns. Sie hatte ihn verletzt im Gebirge aufgefunden. Er leidet unter Gedächtnisverlust, sogenannter Amnesie und kann sich eigentlich an nichts aus seinem früheren Leben erinnern. Er muss allerdings sehr belesen sein, denn außer seiner persönlichen Vergangenheit verfügt er über ungemeines Wissen, das Ana schon oft weitergeholfen hat. Als Dank hat Ana für Niko einen kleinen Zaubererhut genäht, den er eigentlich immer trägt, sogar im Schlaf. Es ist ein kleiner blauer Spitzhut mit winzigen gelben Sternen.

Aber solche Hüte tragen doch nur Zauberer werdet ihr nun denken. Das stimmt natürlich, aber ihr werdet es nicht glauben, Niko verfügt über einiges an Magie. Ähnlich wie Ana kann er sie nur nicht immer kontrollieren, sicher auch wegen seiner Amnesie. Aber zusammen meistern sie eigentlich alle Schwierigkeiten.

Damit ihr einen Eindruck davon bekommt wie wir leben, beschreibe ich Euch einfach mal unser Haus.

Es wird betreten durch eine, wie sollte es anders sein, sehr schiefe, knarzende Holztür. Dann steht ihr eigentlich schon mittendrin. Das Haus besteht aus einem einzigen großen Raum und einer Empore, auf der sich Anas Bett befindet. Der Boden ist aus wurmstichigen Holzbohlen, die auch an der einen oder anderen Stelle gruselig knarzen, wenn man darauf tritt. Zu eurer rechten Seite befindet sich der große alte Kamin, der uns im Winter wärmt und dem Haus große Gemütlichkeit verleiht. Vor dem Kamin stehen zwei riesige samtene Ohrensessel, in denen Ana meist Platz nimmt, um sich auszuruhen oder Bücher zu studieren.

Besonders lustig sind die Abende, an denen Winni uns besucht. Meist sitzen die beiden die ganze Nacht vor dem Kamin und reden über dies und das. Wenn sie dann auch noch Met, einen köstlichen Honigwein dazu trinken, wird es besonders amüsant. Links neben dem Kamin hat Ana für mich einen alten verästelten Baumstamm aufgestellt, auf dem ich viel Zeit zubringe. Von meinem Platz aus kann ich das gesamte Haus überblicken und sehe meist rechtzeitig, wenn Ana und Niko wieder einmal dabei sind, das Haus in die Luft zu jagen. Dann greife ich meist ein und bewahre sie vor Schlimmerem. Auf der linken Seite des Hause ist Anas Labor oder besser gesagt, ihre Hexenküche. Die gesamte Wand besteht aus Schränken und Regalen, die fast bersten, weil sie voll sind mit Tinkturen, Kräutern, Tränken und allerlei Getier, wie Vogelspinnen und Schlangen. Ana benötigt deren Gifte, um Gegenmittel herzustellen.

Die andere Wand besteht ebenfalls aus Regalen, in denen sich die Bücher stapeln. Bücher über Kräuter- und Steinkunde, Runenbücher, Bücher über Zaubertränke und Magie und viele viele mehr. In allen Ecken des Hauses spinnen die Spinnen ihre Netze. Sträusse mit getrockneten Kräutern hängen von der Decke herab. Ein großer Holztisch, fast in der Mitte des Raumes wird als Esstisch, Lehrtisch und für das Herstellen von allerlei Salben und Tränken genutzt. Derzeit befindet sich darauf Anas Reisetasche, diverse Bücher und etliche Rollen Geschenkpapier.

"Corvi, wo ist denn....?" Ana ist gerade hektisch an mir vorbei gerannt. "Was denn?" "Verflucht, ich finde nicht mein....?" Und schon wieder ist sie an mir vorbeigehuscht. "Ana, ich kann nicht hellsehen, was suchst Du denn?" " Das habe ich vergessen!" Sie steht nun mit gerunzelter Stirn vor mir und schaut sich um. "Ah, jetzt weiß ich es wieder". "Die Schale für das Zwergenfeuer". "Ana, Du willst doch nicht etwa doch wieder ein Feuerwerk starten, nachdem was...". "Ach Corvi, natürlich, ich habe schließlich geübt und jeder Versuch ist fast unfallfrei ausgegangen". "Genau Ana, die Betonung liegt auf  fast".  "Corvi, jetzt sei nicht so, es wird schon alles gut gehen, außerdem wird Winni uns begleiten". "Dann bin ich beruhigt."

"Ich finde, es wird von Jahr zu Jahr schwieriger den beiden etwas zu schenken, im Grunde haben sie ja alles, was sie brauchen."

Da hat Ana recht, im Gegensatz zu Menschenkindern brauchen Kinder des Mitternachtswaldes nicht viel, um glücklich zu sein. Computerspiele oder Fernsehen gibt es dort nicht. Die Kinder tollen im Wald herum, verbringen, ausgenommen Luna, viel Zeit mit dem Studieren der Bücher aus Meister Uhus Bibliothek und denken sich selbst immer wieder neue Spiele aus. Das solltet ihr auch probieren. Trennt Euch einmal vier Wochen von allen strombetriebenen Unterhaltungsgeräten und lasst Eurer Phantasie freien Lauf. Ihr glaubt nicht, was Euch da alles einfallen wird.

"Ana, was haben wir denn nun eigentlich für die beiden, außer dem Feuerwerk?" "Für Little habe ich ein interessantes Buch über Heilkunde, das wird er bald gut brauchen können. Für Luna, unsere mutige Entdeckerin habe ich ein Fernrohr, dass man klitzeklein zusammenschieben kann. Auch das könnte ihr bald sehr von Nutzen sein."

"Ich darf garnicht daran denken, dass die beiden nun bald erfahren werden, was die Prophezeiung der Waldältesten ihnen auferlegt." "Corvi, wir müssen wirklich alles tun, um sie zu unterstützen." "Ich weiß, aber sie haben ja noch ein wenig Zeit und ich finde, dass wir nun erst ihren Geburtstag gebührend feiern sollten, danach haben wir noch zwei Monde, um uns Sorgen zu machen." "Ja Du hast recht, wir packen jetzt ganz in Ruhe weiter, so dass wir dann übermorgen ohne Hektik losfliegen können." "Wann kommt Winni eigentlich zu uns?" "Oh, sie wird heute nacht ankommen, wenn sie nicht wieder in eine Flugkontrolle gerät."

Dann wird das sicher ein lustiger Abend. Wie ich Euch bereits erzählte, sind die Abende mit Winni besonders schön.

Huch, es klopft an der Tür. "Einen Moment", ruft Ana mit einem Blick auf das auf dem Tisch befindliche Chaos. Mit einer Handbewegung und einem Zwinkern mit dem linken Auge fegt Ana alles vom Tisch auf den Boden. "Ach herrjeh, das ist auch nicht viel besser." Und wieder: tock, tock, tock. "Ich bin schon unterwegs", ruft Ana erneut und schreitet zur Tür. "Ja bitte", säuselt sie möglichst geheimnisvoll beim Öffnen der knarrenden Tür.

"Er liehiiiebt mich nicht", schluchzt ein etwa fünfzehnjähriges Mädchen ihr entgegen. „Äh, wie bitte", antwortet Ana mit Blick auf dieses Häufchen Elend. Die Haare des Mädchens hängen strähnig in ihr Gesicht und geben eigentlich nur den Blick auf ein Auge und die Nasenspitze frei, auf der ein großer Pickel prangt. "Er liehiiiiebt mich nicht", heult das Mädchen erneut. Dabei läuft ihr wirklich äußerst unschön ein wenig Rotz aus der Nase. Mit einem nicht gerade angenehmen Geräusch befördert das Mädchen den Rotz wieder zurück in die Nase. "Nun ja, dann komm erst einmal herein", dabei bugsiert Ana das Mädchen mit einem leichten Zug an ihrem Ärmel ins Innere des Hauses. "Setz Dich an den Kamin, ich bereite Dir in der Zwischenzeit einen leichten Baldriantee zu, damit Du Dich beruhigst." "Okee, danke", schluchzt das Mädchen und läßt sich in den Ohrensessel plumpsen, jedoch nicht, ohne das Heulen zu unterbrechen. Niko kommt aus dem Küchenschrank geklettert und schaut mit einem mitfühlenden Kopfschütteln in Richtung des Mädchens. Als der Tee fertig gebrüht ist, bringt Ana einen damit befüllten Tonkrug zu dem Mädchen und setzt sich in den anderen Ohrensessel. "So meine Kleine, nun erzähle mal, was Dich zu mir führt." Wieder läßt das Mädchen das unschöne Geräusch ertönen, damit der Rotz....na ihr wißt schon. Das Mädchen nippt ein paarmal an dem Tonkrug und beruhigt sich zusehends. Ana reicht ihr ein Taschentuch, um die Tränen zu trocknen. "Ich will einen Liebestrank bestellen", schluchzt das verschüchterte Mädchen. "Weißt Du, mit Liebestränken ist nicht zu spaßen und grundsätzlich verschreibe ich solche nicht bei pubertären Liebeleien." "Aber ich liebe ihn doch", schluchzt das Mädchen wieder, "aber er will mich nicht". "Um wen geht es denn eigentlich", fragt Ana einfühlsam. "Na um Jonas. Er ist in meiner Klasse und er sieht so gut aus, er ist sogar der Kapitän der Fußballmannschaft." "Woher weißt Du denn, dass er Dich nicht will", fragt Ana wieder sehr vorsichtig. "Ich habe ihm einen Brief geschrieben und ihm meine Gefühle gestanden. Nachdem er den Brief gelesen hat, hat er laut gelacht und ihn seinem Freund gezeigt. Sie haben dann zusammen über mich gelacht und mich Pickel-Elli genannt." "Hmm, sei doch so gut und zeige mir mal Dein Gesicht, vor lauter Haaren kann ich ja gar nichts sehen." Ana streicht vorsichtig die langen, braunen Haare zurück und blickt in zwei wunderschöne braune Augen, die von langen Wimpern umrahmt werden. Ein hübsches Gesicht mit einer kleinen Stupsnase kommt zum Vorschein. Ana erkennt natürlich sofort, wo das Problem liegt. Wie sehr oft üblich in dem Alter leidet Elisabeth unter Akne. Natürlich sollte man niemanden auslachen, bloß weil ihn die Akne ereilt. Man kann nämlich nichts dagegen tun, außer zu warten, bis man aus dem Alter raus ist. Natürlich gibt es eine Menge Cremes und Wässerchen, die dagegen helfen, dass es nicht zu schlimm wird.

"Nun gut", mit gekräuselter Nase, geht Ana zu dem großen Regal um diverse Zutaten daraus zu nehmen. "Wo ist denn das Teebaumöl? Ach, da ist es ja. Alkohol steht da oben". Nach und nach sucht Ana einiges zusammen und fängt an, dieses und jenes zusammenzumischen und Tübchen und Tiegelchen damit zu befüllen. Elisabeth betrachtet alles stumm vom Ohrensessel aus. Hin und wieder schnieft sie allerdings noch vor sich hin. "So meine Liebe." Mit einem Winken des rechten Zeigefingers und einem Zug am linken Ohrläppchen wird Elisabeth samt Sessel in Richtung Tisch befördert. Dieser stoppt aber so abrupt ab, dass das Mädchen unsanft nach vorne auf die Knie fällt. "Entschuldigung", flötet Ana und wartet, bis Elisabeth wieder Platz genommen hat. "Grundsätzlich möchte ich Dir mit auf den Weg geben, dass ich es nicht gut heiße, wenn man andere Menschen nur nach ihrem Äußeren beurteilt. Was zählt, sind die inneren Werte. Gleichwohl möchte ich Dich natürlich nicht leiden sehen, auch wenn ich glaube, dass Jonas Dich nicht verdient hat, wenn er sich so verhält. Aber ich weiß auch, wie schwierig dieses Alter ist und dass es einfach ein wenig Zeit braucht, bis man sich selbst gefunden hat. Ich werde Dir nun eine nicht ganz angenehme Kur verpassen. Ich werde Dir diese magische Paste auf Dein Gesicht auftragen. Das wird sicher brennen und unangenehm prickeln. Hältst Du das aus?" "Ja, ganz sicher", murmelt Elisabeth etwas ängstlich. Die Paste sieht schwer nach etwas aus, das schonmal gegessen wurde. Gelblich grün, mit diversen Kräutern darin. Leider riecht sie auch so, wie etwas, das schonmal gegessen wurde.

Ana beginnt nun damit, die Paste auf Elisabeths Gesicht zu verteilen. Während sie das tut murmelt sie ein paar unverständliche Worte. "Hmpf", ertönt es. "Tut es sehr weh", fragt Ana besorgt. "Es geht", jammert Elisabeth. "Du mußt es etwa fünf Minuten ertragen." "Das schaffe ich", presst Elisabeth durch die Zähne hervor und krallt sich in den Armlehnen des Sessels fest. Nach etwa fünf Minuten beginnt Ana die Paste mit einem hölzernen Spatel abzutragen und das Gesicht mit einem Baumwolltuch zu reinigen.

"Ich hole schnell den Spiegel, damit Du Dir das Ergebnis einmal ansehen kannst." Ana sprintet die Treppe zur Empore hinauf und kehrt mit einem Handspiegel zurück. Elisabeth traut ihren Augen kaum. Ihr Gesicht ist völlig pickelfrei. Freudentränen kullern über ihr Gesicht. "Das ist allerdings nur der Anfang", belehrt Ana das Mädchen. "Ich habe Dir ein Gesichtswasser und einige Cremes zusammengemischt, wenn Du sie nach meiner Anweisung nutzt, bleibt Deine Haut rein. Pflegst du sie jedoch nicht, kehren die Pickel zurück und das schlimmer als je zuvor." Das stimmt natürlich nicht so ganz, aber es ist eine gute Methode, das Mädchen dazu zu bringen, sich regelmäßig zu pflegen. "Außerdem habe ich Dir noch eine Pflegespülung für Deine Haare gebraut. Sie wird Dein Haar zum Glänzen bringen und dafür sorgen, dass es nicht mehr so strähnig wird. Ein kleines Büchlein über natürliche Hautpflegemittel gebe ich Dir auch noch mit dazu. Gewöhne Dir bitte an, immer ein Päckchen Taschentücher mit Dir zu führen, nur für den Fall." "Ja, das mache ich, ganz bestimmt." Elisabeth ist völlig aus dem Häuschen und betrachtet immer und immer wieder ihr Gesicht in dem Handspiegel. "Und dass Du mir jetzt nicht eitel wirst, das ist keine besonders gute Tugend", belehrt Ana weiter. "Nein, das werde ich nicht, versprochen." Jonas wird Augen machen. "Na das hoffe ich doch", schmunzelt Ana. Elisabeth nimmt ihre große Umhängetasche und zieht vorsichtig einen Apfelkuchen heraus. "Leider habe ich nicht viel Taschengeld. Es sind nur noch fünf Euro übrig diesen Monat, aber ich habe diesen Apfelkuchen, eine Flasche Rotwein aus dem Keller meiner Eltern, ein großes Stück geräucherten Schinken, 10 Eier und 2 Packungen Spaghetti. Reicht das als Bezahlung?". "Kleine, das reicht", lächelt Ana. "Dafür kann ich Dir sogar noch ein Paket von dem Baldriantee mitgeben, für den Fall, dass Du mal wieder etwas von der Rolle bist." Elisabeth umarmt Ana und verstaut die Tübchen und Tiegelchen in ihrer Tasche. Lächelnd schreitet sie zur Tür heraus.

"Siehst Du Corvi, davon kann ich uns prima Spaghetti Carbonara zubereiten. Der Rotwein passt doch ganz hervorragend dazu." Ein Klappern ertönt aus dem Besenschrank. Ravioli, Anas italienischer Flugbesen reagiert wohl, weil er etwas italienisches gehört hat.

Mit Zug am rechten Ohr und einem kurzen Biss auf die Unterlippe ploppt die Rotweinflasche auf. "Wenigstens das klappt", freut sich Ana und läßt sich mit ihrem Kelch voller Rotwein in den am Kamin verbliebenen Ohrensessel fallen um auf ihre Schwester zu warten.